DG PARO: Preise für Dr. Thomas Eger und Dr. Lisa Hezel

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) vom 24. bis 26. September 2026 in Heidelberg wurde Dr. Thomas Eger mit dem DG PARO Forschungspreis ausgezeichnet. Prämiert wurde seine im Journal of Clinical Periodontology erschienene Arbeit „Prosthetic Outcomes in Stage III/IV Periodontitis Patients With 20–29 Years of Supportive Periodontal Care“.

Die Studie beruht auf Daten, wie es sie in der Parodontologie nur selten gibt. Von 1993 bis 2023 wurden im Fachbereich Parodontologie des Bundeswehrzentralkrankenhauses Patientinnen und Patienten mit Parodontitis im Stadium III oder IV behandelt und in der unterstützenden Parodontitistherapie betreut. Ausgewertet wurden 233 von ihnen, im Mittel über fast 22 Jahre. Die Arbeit untersucht, wie sich verschiedene prothetische Versorgungen bei parodontal schwer vorgeschädigten Patienten langfristig bewähren. Verglichen wurden Modellgussprothesen, Teleskopprothesen, größere Brückenkonstruktionen und implantatgetragener Zahnersatz.

Nach 10 Jahren waren 93 % der festsitzenden Versorgungen und 83 % der implantatgetragenen Versorgungen noch in Funktion. Bei den herausnehmbaren Prothesen waren es 67 -75 %. Starkes Rauchen sowie herausnehmbarer Zahnersatz und ausgedehnte Brücken gingen mit mehr Zahnverlust einher, implantatgetragener Zahnersatz dagegen nicht. Damit liefert die Arbeit belastbare Langzeitdaten für eine Frage, die sich in der Praxis täglich stellt: Welche Versorgung funktioniert bei schwerer Parodontitis auf Dauer? Dass sich der Erhalt des eigenen Zahns lohnt, zeigt eine weitere Auswertung derselben Kohorte. Selbst Zähne mit endo-parodontaler Läsion, die oft vorschnell aufgegeben werden, blieben nach konsequenter Therapie in mehr als der Hälfte der Fälle mindestens zehn Jahre erhalten.

Posterpreis der DG PARO für Studie zu endo-parodontalen Läsionen

Ebenfalls auf der Jahrestagung der DG PARO wurde Dr. Lisa Hezel mit dem 1. Posterpreis ausgezeichnet. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung der Universitätsmedizin Mainz (Direktor: Prof. J. Deschner) und DG PARO-Spezialistin für Parodontologie. Ihr Beitrag „10-Jahres-Zahnerhalt nach Therapie endo-parodontaler Läsionen bei schwerer Parodontitis“ entstand gemeinsam mit Dr. Thomas Eger und Dr. Felix Wörner vom Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz sowie Prof. James Deschner.

Das Besondere an der Arbeit ist ihre Datenbasis. Ausgewertet wurden 276 Patientinnen und Patienten mit Parodontitis im Stadium III oder IV und insgesamt 6.740 Zähnen. Alle wurden über mindestens 20 Jahre, im Median 23 Jahre, in der unterstützenden Parodontitistherapie betreut, im Mittel mit 59 Sitzungen. Die Behandlung lag über den gesamten Zeitraum in denselben Händen, im Fachbereich Parodontologie in Koblenz. Eine so lange, einheitlich behandelte und lückenlos dokumentierte klinische Kohorte ist in der Parodontologie selten. Bisher veröffentlichte Studien zu endo-parodontalen Läsionen reichen meist nur fünf bis sieben Jahre zurück. Dass eine solche Auswertung überhaupt möglich ist, verdankt sich vor allem der engagierten Arbeit von Dr. Thomas Eger, der diese Patienten über Jahrzehnte begleitet hat.

142 Patienten entwickelten insgesamt 303 endo-parodontale Läsionen der Grade 2 und 3. Behandelt wurde nach dem Grundsatz „Endodontie zuerst“. Mehr als die Hälfte der auswertbaren Zähne blieb mindestens zehn Jahre erhalten. Ungünstig war die Prognose vor allem bei mehreren Endo-Zähnen sowie beim Zusammentreffen von starkem Rauchen, Diabetes und Stadium IV. Für die Praxis ergibt sich daraus eine klare Botschaft. Ein Zahn mit endo-parodontaler Läsion ist kein Zahn, den man vorschnell aufgeben sollte. Mit konsequenter endodontischer Therapie, anschließender Parodontitistherapie und verlässlicher Nachsorge lassen sich diese Zähne in vielen Fällen über Jahrzehnte erhalten.

Bild oben (v. l. n. r.): Dr. Felix Wörner, Dr. Thomas Eger, Prof. Dr. Peter Eickholz.

Bild unten (v. l. n. r.): Die Arbeitsgruppe auf der DG PARO-Jahrestagung 2026 in Heidelberg - Prof. Dr. James Deschner, Dr. Lisa Hezel und Dr. Thomas Eger. Nicht im Bild: Dr. Felix Wörner.

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