Karies bei Kleinkindern ist kein Einzelfall – fast jedes siebte Kind unter drei Jahren in Deutschland ist betroffen. Dabei beeinflusst frühkindliche Karies nicht nur das Kauen, sondern auch das Sprechen und das soziale Miteinander. Genau hier setzt ein neues Pilotprojekt in Rheinland-Pfalz an: Der Zahnärztliche Kinderpass soll Eltern helfen, von Anfang an die Zahngesundheit ihrer Kinder im Blick zu behalten.
Frühe Vorsorge – besserer Start ins Leben
Seit 2019 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen drei zusätzliche zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen für Kleinkinder – doch zu wenige Familien nutzen dieses Angebot. Laut BARMER-Zahnreport 2023 war nicht einmal jedes dritte Kind unter vier Jahren in Rheinland-Pfalz im Jahr 2021 beim Zahnarzt.
Mit dem neuen Kinderpass soll sich das ändern. Er informiert Eltern schon vor dem Durchbruch des ersten Milchzahns über wichtige Vorsorgeschritte, gibt praktische Tipps und erinnert an zahnärztliche Untersuchungstermine – ähnlich dem bekannten gelben Untersuchungsheft, jedoch ohne Verpflichtung.
„Der Pass ist ein praxisnahes Hilfsmittel, das Eltern frühzeitig unterstützt – noch bevor der erste Milchzahn durchbricht“, erklärt Sanitätsrat Dr. Wilfried Woop, Präsident der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz. „So können wir gemeinsam die Zahngesundheit von Kindern nachhaltig verbessern und gesundheitliche Ungleichheiten abbauen.“
Startschuss im Mai 2025
Ab Mai 2025 können Zahnarztpraxen in Rheinland-Pfalz den Kinderpass über ihre jeweilige Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege beziehen und an Eltern mit Kindern unter drei Jahren ausgeben.
Entwickelt wurde das Projekt von der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung, dem Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung, der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege sowie dem Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, das das Vorhaben auch finanziell unterstützt.